Das sind die richtigen Leute für ein führerloses Unternehmen


Dass Stephan und ich bei der Alois Heiler GmbH keine allmächtigen Chefs sein werden, stand für uns von vornherein fest. Dass es dennoch den übergreifenden Blick von oben auf das Unternehmen und sein Umfeld braucht, lernten wir im Laufe des Prozesses und wurden zu Betriebskatalysatoren, die strategisch auf den Betrieb schauen müssen, jedoch explizit ohne Weisungsbefugnis. Dass wir diese Rolle wiederum nicht ewig im Alleingang bekleiden möchten, ist auch klar. Doch das bringt uns zu der Frage: Woran erkennen wir einen guten Katalysator?

Positive Zündung

Der Arbeitsmarkt erfreut sich immer mehr Menschen, die sich mit New Work, Scrum, Teal und Co. identifizieren. Aber mit diesen Schlagwörtern die Heiler-Stellenanzeigen zu verschönern, ist alles andere als ein Erfolgsgarant. So ein Vorgehen zündet bei Heiler nicht. Zu viele, die diese Sprache mögen, haben keine Ahnung, welche alltägliche Arbeit dahintersteht. Mal ganz davon abgesehen, dass sich bei den Mitarbeitern die Nackenhaare aufstellten angesichts dieses New-Work-Kauderwelschs.


Also schauten Stephan und ich nochmal hin und erkannten: So viel Wissen ein Bewerber über Neue Arbeit auch mitbringt – das zeichnet ihn keineswegs als gut und fähig in der Katalyse aus. Er muss vor allem optimistisch mit seinem Umfeld interagieren und darf sich an Schwierigkeiten nicht aufreiben.

Das geht doch nicht

Zugegeben, diese „Stellenbeschreibung“ ist immer noch ziemlich vage. Woran erkennen Sie denn, dass ein Bewerber positiv auf knifflige Situationen reagiert?

Deshalb entwickelten wir für unsere Auswahl ein ganz bestimmtes Vorgehen: Wenn wir einen Bewerber zu Probetagen einladen, stellen wir ihm ganz bewusst Aufgaben, die er vermutlich gar nicht lösen kann. Gemein? Vielleicht ein bisschen. Aber dafür auch extrem lehrreich. Denn für uns ist es unglaublich aufschlussreich zu sehen, wie der Kandidat mit seiner Aufgabe umgeht. Wie lange brütet er über seinem Blatt Papier und zerdenkt die Aufgabenstellung? Wie interpretiert er den Fall, der ihm vorliegt? An welchem Punkt verlässt er seinen Platz und sucht das Gespräch mit anderen, um interne Firmeninformationen einzuholen? Und tut er es überhaupt?

Das Ende vom Lied ist in aller Regel, dass die Geprüften uns mitteilen, dass sie die Aufgabe nicht lösen können. Das tut auch nichts zur Sache, denn bis dahin haben wir längst erfahren, mit wie viel oder wie wenig positiver Lösungsenergie und Engagement sie sich darauf eingelassen haben.

Ja, ich will!

Unterm Strich bleibt es selbst mit diesem Vorgehen sicherlich schwer, gute Katalysatoren sofort zu identifizieren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Job mit viel Arbeitsbereitschaft verbunden ist. Er hört auch im Urlaub oder nach Feierabend nicht zwingend auf. Aber genau darum geht es uns ja letztlich: Leute zu finden, die sich vom Rahmen unabhängig machen und wirklich wollen. Die Bock haben, wenn Not am Mann ist, da und ansprechbar zu sein und positive Lösungsansätze zu erarbeiten.

Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …

Gebhard Borck

#Führungsstil #Mitarbeiter #NewWork

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