Machtfreie Veränderungsprozesse

Kürzlich las ich einen Tweet, in dem ein Leser unseres Buches bemerkte, dass Betriebskatalysatoren für ihn ein „Gschmäckle“ haben. Und zwar rieche es nach Machtkonzentration, ist es doch ihrer eigenen Disziplin überlassen, sie zu vermeiden.

Nun, entscheiden Katalysatoren sich etwa, Information zu schönen, mag der Eindruck richtig erscheinen. Allerdings ist damit auch die ganze Idee der Betriebskatalyse auf den Kopf gestellt. In der Alois Heiler GmbH machen wir geradezu gegensätzliche Erfahrungen.


In der Chemie erhöhen Katalysatoren durch die Senkung der Aktivierungsenergie die Reaktionsgeschwindigkeit

Alle zu allen

Katalysatoren erkennen in einem hierarchiefreien Unternehmen, wo sich übergeordnete Probleme anbahnen. Sie bringen die beteiligten Mitarbeiter dann in einen Lösungsprozess. Die Mitarbeiter selbst haben eine gute Chance, diese Dinge zu übersehen, da sie sich ja auf ihren Alltag konzentrieren. In einem solchen Fall kann ein Katalysator durchaus eine Machtposition aufbauen. Indem er zum Beispiel Informationen beschönigt, weil er als Erster Zugang zu ihnen hat.


Wie lässt sich dem entgehen? In der Alois Heiler GmbH beantworteten wir diese Frage zunächst mit der richtigen Infrastruktur. Das heißt beispielsweise: Alle Mitarbeiter haben Zugang zu allen wirtschaftlichen Informationen. Und dann gehören dazu echte Katalysatoren, die Arbeitsprozesse ohne Machtanspruch begleiten. Denn sie sind gerade keine Führungskräfte im traditionellen Sinne. Sie haben keine Weisungsbefugnis. Sie schaffen etwa die Voraussetzungen, um ein Problem schneller zu lösen. Oder fördern eine organisatorische Entwicklung. Ein Katalysator wirkt, weil er versteht, dass es zu mehr Problemen als Lösungen führt, Weisungsmacht auszuüben.


Und eines können Sie mir glauben: Sie finden genug Menschen ohne Machtanspruch.


Leise – nicht laut

Die Betriebskatalyse stellt einen hohen Anspruch an die Menschen, die sie in Vollzeit betreiben. Katalysatoren erspüren Spannungsfelder in der Firma. Sie bringen sie an die Oberfläche, damit sie nicht unterschwellig vor sich hin gären und schlussendlich zu einer Gefahr werden. Das Interesse eines Katalysators ist, dass die Gemeinschaft zu guten Entscheidung kommt. Er selbst hält sich zurück. Bei ihm dominiert das kollektive Interesse. Er besitzt Demut oder zumindest keine Geltungssucht. So stellt er das Interesse der Firma stärker in den Fokus als das eigene.


Schauen Sie sich mal in Ihrem Unternehmen um – und achten Sie dabei besonders auf die leisen Kolleginnen und Kollegen, anstatt auf die lauten.


Macher ohne Macht

Ich bin mir sicher, Ihnen fällt die eine oder der andere geeignete Katalysator*in ein. Sie verteilt Lasten, Pflichten, aber auch Chancen an viele Hirne im Unternehmen. Sie moderiert nur den Prozess, damit die Beteiligten zusammen die passende Lösung finden.

So gelingt es uns in der Alois Heiler GmbH. Und bestenfalls wissen Sie am Ende gar nicht mehr, wer der Katalysator war. Weil er als Macher ein Teil des Teams ist. Und dafür braucht man keine formale Macht.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …


Gebhard Borck

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