Transformieren Sie schon oder changen Sie noch?

Ich begleite ein Unternehmen, das ganz am Beginn seines Transformationsprozesses steht. Um seine Verwandlung besser gestalten zu können, arbeite ich gerade, mit der Firma, eine spannende Differenzierung heraus. Vielleicht können ja auch Sie davon profitieren?!


Transformation oder was?

Wir unterscheiden in dieser Firma zwischen Transformation und Change. Die beiden Worte werden oft praktisch synonym gebraucht. In meinem aktuellen Projekt machen wir daran interessante Abweichungen fest. Wir definieren sie wie folgt:

  • Transformation bezeichnet den Wechsel des Systems. Das bedingt vor allem einen Wechsel im Denken und in den Handlungsmustern. Der Wechsel im Tun ist oft nur mittelbar. Das heißt, die Leute im Unternehmen, die den Systemwechsel für sich schon vollzogen haben und umsetzen, tun nach Außen hin teilweise noch das Gleiche wie vorher. Ihre Denke jedoch ist ganz anders. Die Grundidee der Veränderung besteht auch darin, nicht neue Prozesse aufzusetzen, sondern im Ausprobieren, wie bestehende Abläufe anders gehen könnten.

  • Change dagegen bedeutet Optimierung. Darunter fallen Maßnahmen, die das bestehende System verbessern. Diese verlangen dementsprechend keinen Wechsel im Denken oder den disziplinarischen Verhaltensweisen. Das macht sie wesentlich leichter umsetzbar. Vor allem bei jenen Mitarbeitern, die sich dem alten System verbunden fühlen.

Der Unterschied lässt sich an einem Beispiel gut verdeutlichen …


Der Kunden-Newsletter

Wenn Sie merken, dass Ihre Kundenkommunikation nicht mehr so läuft wie früher, können Sie entweder Ihren bewährten Newsletter mit anderen Texten versehen, ihn häufiger oder seltener versenden, mit 3-D-Produktangeboten erweitern etc. Das wären alles Change-Maßnahmen. Optimierung.

Wenn Sie jedoch eine Transformation anstreben, treten Sie einen Schritt zurück und überlegen, mit was und wie Sie Ihren Kunden über den Newsletter hinaus ansprechen könnten. Gut möglich, dass Sie den Newsletter komplett streichen, weil Ihr Kunde entschieden hat, dass er diesen nicht mehr braucht. Und dass er sich für eine andere Art der Kommunikation viel mehr interessiert. Der, der das weiß, ist nicht die Geschäftsführung, sondern der Mitarbeiter in der Kundenkommunikation – und der entscheidet, wie es weitergeht. Das ist, was Transformation kennzeichnet.

Doch wie unterscheiden Sie nun, welche Maßnahme Sie aufsetzen sollten?


Die Indikatoren

Wir entwickeln derzeit aus der Wahrnehmung heraus Indikatoren, die anzeigen, ob ein Vorhaben eher ein Change-Projekt oder schon eine Transformationsgeschichte ist. Ein solcher Indikator ist zum Beispiel, wenn die Kaskade noch über die klassische Führungshierarchie geht: Der Abteilungsleiter geht mit der Frage nach einer Verbesserungsmöglichkeit zum Teamleiter, der die Frage weiter zum Mitarbeiter trägt, und dann zurück. Ganz klar: Hier wird „nur“ optimiert. Das kann die Organisation selbst, das hat sie viele Jahre geübt.

Wenn das Unternehmen dagegen Hilfe braucht, weil es keine eigene Erfahrung hat, ist das ein Indikator für Transformation. So hat die Firma gemerkt, dass sie mit der hierarchischen Struktur seines Ländervertriebs nicht gut fährt. Die möchten sie also verlassen, sie wissen aber nicht, welche Struktur sie dann beispielsweise in Belgien erfolgreich aufbauen könnten. In dieser Situation holen sie sich Unterstützung von außen durch Katalysatoren wie mich.

Der große Vorteil der Differenzierung liegt nun in der besseren Abwägungsgrundlage …


Transformation ist nie eine Kopie

Statt bei einem neuen Projekt blind auf Transformation zu setzen, kann sich das Unternehmen jetzt überlegen: Wenn wir das nach der neuen Denke durchziehen, an welche Grenzen stoßen wir da? Gibt es noch unüberwindliche Widerstände oder können wir an dieser Stelle tatsächlich schon alles Abteilungs- und Hierarchiedenken hinter uns lassen?

Sie können also ihren Transformationsprozess an die Gegebenheiten anpassen und vermindern damit das Lehrgeld, dass sie zahlen. Oder den Schmerz, den Sie aushalten müssen, um zu transformieren. Dieses auf das Unternehmen maßgeschneiderte Vorgehen ist enorm wichtig, denn Transformation ist nie eine Sache von Copy und Paste. Je differenzierter Sie an die grundlegende Verwandlung Schritt für Schritt herangehen, umso besser. Unternehmen, die sich ihres aktuellen Transformationsgrades bewusst sind, können ihre Experimentierfelder gezielter auswählen.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …


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