Wann ich die Verantwortung dem Hierarchen überlasse

„Wir brauchen hier eine Richtlinie – und der Vorstand trägt die Verantwortung, dass alle Mitarbeiter sie einhalten!“

So lautete das Urteil eines Mitarbeiters, dessen Unternehmen ich kürzlich besuchte. Es ging ihm um die DSGVO, die neue Datenschutzgrundverordnung. Und ganz nebenbei seit letztem Jahr auch das neue Schreckgespenst unzähliger Unternehmen.

Da stand er also, der Bereichsleiter, und ersuchte den Vorstand, die Richtlinie abzusegnen und intern die Verantwortung zu übernehmen. Und ich sagte, zugegebenermaßen unaufgeregt: „Nein. Ihr braucht keine Richtlinie. Ihr braucht etwas anderes.“



Es ist so einfach Unternehmen, die noch neu mit der Hierarchielosigkeit anfangen, kommen in meiner Erfahrung gern ins Schleudern, gerade wenn neue Entwicklungen wie etwa eine DSGVO um die Ecke kommen. Da fehlt die Fantasie, wie das jetzt ohne formale Führung gehen soll. Es bricht der alte Ruf nach Verantwortung durch. Dabei ist es so einfach: Sie brauchen keine internen Richtlinien – wenn es bereits externe gibt.

Im Falle der DSGVO geht der deutsche Staat in Führung. Er ist quasi der Hierarch, weil er vorgibt, wie Sie künftig mit Daten umgehen und wie Sie sie sichern, speichern oder vernichten müssen.

Warum also interne Richtlinien und Strukturen heraufbeschwören, wenn es schon externe Kriterien gibt?


Nein, nein und nochmal nein Wer die Verantwortung trägt, ist in diesem Fall bereits geregelt. Punkt. Und damit bleibt Ihnen eigentlich nur noch: dass Sie Ihre Mitarbeiter aufklären und grundlegend informieren, was die DSGVO bedeutet. „Aber …“, lautete die Reaktion des ITlers aus dem genannten Unternehmen.

„Aber dann haben die Mitarbeiter doch Angst, was falsch zu machen! Die werden ja geradezu gelähmt sein vor lauter Angst, sich die Finger zu verbrennen.“ Und wieder musste ich ihm antworten: „Nein.“


Wo Verantwortung blüht Wenn Sie Ihre Mitarbeiter im Grundsatz aufklären – ihnen also zum Beispiel erläutern, dass Daten-Fehltritte die Firma bis zu zehn Millionen Euro kosten können –, dann geht die Verantwortung automatisch an Ihre Belegschaft über. Denn jeder einzelne Ihrer Mitarbeiter hat damit einen hervorragenden Grund, Sie oder Ihren ITler anzusprechen und zu sagen: „Bitte entwickelt für uns eine interne Richtlinie, die es mir erleichtert, die Dokumente richtig zu verwalten.“

Das macht mündige Mitarbeiter und Menschen letztlich aus: dass sie wissen wollen, was Sache ist. Dass sie wissen wollen, was ihrer Firma blüht, wenn sie sich falsch verhalten. Und wie ihnen das entsprechend nicht passiert.

Das können wir bei der Alois Heiler GmbH sehr schön beobachten. Die Mitarbeiter im POI-Organ (Prozesse | Organisation | Information) sind regelmäßig gefordert. Sie sehen sich in der Verantwortung, für ihre Kollegen die nötigen Informationen bereitzustellen. Und mehr noch, sie zu unterstützen, mit diesem Wissen sinnvoll für die Firma umzugehen. Genauso gilt es umgekehrt für die Mitarbeiter, die ihre Verantwortung akzeptierten, sich zu informieren. Ohne dass sie diese Verantwortung nach oben abgaben.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …


Gebhard Borck



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