Was Ihnen in der Krise mehr hilft als ein sturmerprobter Kapitän

„Die fetten Jahre sind vorbei“, sagte Finanzminister Olaf Scholz zu Jahresbeginn und drückte damit die Stimmung aus, die sich immer stärker in der Wirtschaft breit macht: Mindestens der nächste Abschwung steht bevor, wenn nicht gar die nächste (Welt-) Wirtschaftskrise. Und diese Befürchtung wirkt sich auch auf die Umsetzung von New Work, Agile und Co. aus.





Wen die Krise ruft

Mir geht es so, dass sich in jüngster Zeit immer mehr Unternehmen mit Blick auf die Transformation den Impulsen und Notwendigen einer neuen Arbeitswelt öffnen. Sie stoßen sogar erste Maßnahmen an. In diesem Umfeld findet unsere Umsetzung einer Organisation ohne formale Hierarchien bei der Alois Heiler GmbH immer mehr Gehör. Gleichzeitig wird ein altbekannter Ruf lauter: „In Schlechtwetterzeiten brauchen wir einen sturmerprobten Kapitän!“


Der Ruf nach dem starken Mann, dem bestimmenden Chef und den mit ihnen verbundenen starren Hierarchien klingt erneut an – dabei wäre es so gut, wenn er endlich verhallt. Weil selbst in der Krise konnten wir zeigen, es gilt weiterhin: „Chef sein? Lieber etwas bewegen“.


Viele Ideen sind besser als eine

Ja, ich bin überzeugt, dass gerade in der Krise die Intelligenz der Vielen weitaus bessere Lösungen hervorbringt, als sie ein gestresster Einzelkämpfer entwickeln kann. Das liegt daran, dass, sagen wir mal, 35 Mitarbeitende mehr Ideen zustande bringen als ein einzelner Geschäftsführer.


Klar kenne ich die Einwände, die gegen die Weisheit der Vielen oder moderne Methoden wie etwa Design Thinking ins Feld geführt werden: „Da haben wir dann viel gequatscht, es kommen manchmal sogar tolle Ideen heraus. Auf die Straße bringen wir davon wenig. Riesen in der Konzeption und Zwerge in der Umsetzung.“

Diese Zweifler haben es genau so erlebt – weshalb wir bei der Transformation der Alois Heiler GmbH auch noch einen Schritt weitergegangen sind.


Aus viel wird wenig

Als wir vor gut vier Jahren sahen, dass uns durch Marktänderungen immer mehr Kunden wegbrechen könnten, haben sich Stephan und ich vor die Belegschaft gestellt und ganz offen gesagt: „Wir haben keine Ahnung, wie wir das Problem lösen“ – und anschließend alle Mitarbeitenden dazu aufgerufen, mitzudenken und zu experimentieren.


Herausgekommen sind eine Vielzahl von Ideen – manche davon schienen abenteuerlich, auf andere wären wir niemals gekommen. Doch anstatt wieder in die alten Führungsschemata zurück zu fallen und zu sagen: „Die Idee ist gut und die ist schlecht“ haben wir die Mitarbeitenden in die nächsten Lösungsschritte eingebunden und ausprobieren lassen.


Die einzige Voraussetzung dafür: Wir haben die vielen Vorschläge gemeinsam auf wenige erfolgsversprechende reduziert.


Post für stürmische Zeiten

So lautete ein Vorschlag zur Neugewinnung der Kunden, Postwurfsendungen zu verschicken. Also haben wir einen Mitarbeiter von der Post eingeladen und uns von ihm die Kosten vorrechnen lassen – und sind anschließend die Erfolgschancen durchgegangen. Die Rückläuferquote lag im geringen Promille-Bereich. Während wir auf der Umsatzseite mehr als zehn Duschen hätten verkaufen müssen, um die Aktion bezahlen zu können. In dieser Offenheit sahen alle: Das refinanziert sich nicht. So entschieden die Mitarbeitenden selbst: „Das bringt nichts“. Viel wichtiger war aber eine andere Erkenntnis: Dem Vorschlag mit diesem Aufwand nachzugehen, war kein Fehler, sondern notwendig.


Denn durch die Erfahrung mit der Post haben wir bei der Alois Heiler GmbH den Prozess zur Entscheidungsfindung verbessert; ein weiteres Puzzlestück gelegt, um Strukturen für eine Organisation ohne formale Hierarchien zu schaffen. Es sind genau diese eingeübten Abläufe, die uns bei einer möglichen Wirtschaftskrise, den bevorstehenden Schlechtwetterzeiten mit viel höherer Wahrscheinlichkeit am Markt bestehen lassen werden.


Denn bei der Alois Heiler GmbH ist nicht nur der Kapitän sturmerprobt, sondern die ganze Mannschaft.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …


Gebhard Borck


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