Wissen ist Macht – und muss deshalb geteilt werden!

Aktualisiert: 31. Dez 2018


Wie kann ein Geschäftsführer, der auf seine formale Macht verzichtet, noch wirksam sein? Wie soll der die Wirksamkeit des Unternehmens erhöhen, wenn er seine Macht abgibt?

Diese Frage stellte sich ein Leser unseres Buches und ich vermute, er ist nicht der einzige, der sich in der Rolle des „Chefs ohne Macht“ noch etwas unwohl fühlt.



Das Spiel mit der Macht

Schauen Sie in klassisch, hierarchisch geführte Unternehmen, dann sehen Sie dort Führungskräfte, die über jede Menge Informationen verfügen. Sie kennen die neuesten Statistiken, sind im Bilde über geplante Entwicklungen und haben natürlich Zugriff auf sämtliche Bilanzen. Aufgrund dieser Informationen planen sie ihre nächsten Schritte und geben Anweisungen an die Mitarbeiter weiter. Was sie aber keinesfalls an die Mitarbeiter weitergeben werden, sind eben all diese Informationen. Die „Untergeordneten“ bekommen nur so viele Informationen, wie sie benötigen, um die gestellte Aufgabe zu lösen – und die Führungskraft somit an ihr Ziel zu bringen. Dass die Mitarbeiter sich natürlich über diesen Informationsverlust bewusst sind und das die Basis für das ein oder andere Machtgehabe ist, ist offensichtlich.


Wissen ist Macht – und zum Teilen da

Dieser Zustand ist für Stephan und mich nicht länger tragbar gewesen. Deshalb haben Stephan und all die anderen ehemaligen Führungskräfte in der Alois Heiler GmbH ihre Macht aufgegeben – und sind jetzt wirksamer denn je. Denn als Katalysatoren laufen alle relevanten Informationen bei Stephan und mir zusammen. Und anders als eben beschrieben, teilen wir unser Wissen wirksam mit den Mitarbeitern. Wir halten es nicht zurück, sondern agieren als eine Art Zentrale, bei der alle Infos zusammenlaufen und für jeden schnell zur Verfügung stehen.

Nun merken Sie wahrscheinlich, dass wir mit dieser Transparenz gar keinen Trumpf mehr in der Hinterhand haben, um unsere Macht auszuüben. Das stimmt. Und die braucht Stephan als Geschäftsführer auch nicht mehr, denn in einem modernen Unternehmen wie seinem werden Entscheidungen von und mit Mitarbeitern getroffen.


Sehen, denken, handeln

Als Katalysatoren bereiten Stephan und ich alle Informationen so auf, dass die Mitarbeiter sie schnell verstehen. Jeder entscheidet dann selbst, ob er die Infos braucht oder eben nicht. Wenn wir beispielsweise die Ergebnisse der neuesten Kundenbefragung vorliegen haben, geben wir die an die Mitarbeiter weiter. Alle 28 Außendienstmitarbeiter können dann individuell für sich entscheiden, ob sie ihr Vorgehen aufgrund der Informationen ändern. Kann sein, dass fünf ihren Ablauf ändern und 23 nichts tun, weil sie die Information als für sie nicht relevant einschätzen.

Die Mitarbeiter erhalten im Vergleich zum hierarchischen System alle Informationen, die sie benötigen, um eine solide Entscheidungsgrundlage zu haben. Es geht bei der Entscheidung nicht um die Zielerreichung einer Führungskraft, sondern um den Kunden. Der soll am Ende zufrieden sein. Und das wird er auch, denn alle in der Firma haben sein Wohl im Fokus – ganz ohne Macht.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …

Gebhard Borck

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