Betriebskatalyse lernen heißt Lernen lernen

Das Prinzip der Betriebskatalyse interessiert immer mehr Unternehmen. Auch deshalb laden Joan Hinterauer und ich gerne zur Perspektivreise ein. Dort zeigen wir die Grundlagen für diese neue Art der Betriebswirtschaft. Die Teilnehmenden erleben die Auswirkungen direkt auf ihre Firma. Bei den Firmen, die einsteigen, führen wir bald auch Mitarbeiter in dieses Fundament ein. Manche Geschäftsführer buchen direkt einen Termin für sich und die Kollegen. So kam es inzwischen vermehrt zur Rückmeldung: „Wenn ich jetzt durch unser Unternehmen gehe, fällt mir immer wieder auf: Hier wäre Betriebskatalyse hilfreich. Oh, hier auch. Und dort ebenfalls. Mir ist nur völlig unklar, wie ich es jetzt machen soll.“

Ein Beraterkollege, dem ich vor einigen Monaten diese Reaktion beschrieb, klopfte mir schmunzelnd mit den Worten auf die Schultern: „Na, da hast Du ja mal alles richtig gemacht. Kunden mit Wissen anfüttern, so dass sie wollen, danach ohne Dich allerdings kaum vorankommen!“


Die Betriebskatalyse geht von drei Elementen aus.

Das ließ mich aufhorchen. Genau das will ich nämlich vermeiden. Meine Kunden sollen alleine klarkommen. Joan und ich nennen uns Transformationskatalysatoren, weil wir gerade keine Kundenbeziehung anstreben, die länger dauert als nötig. Prompt kam auch die Forderung von unseren Kunden selbst: „Wir wollen es selbst machen können. Gebt uns eine Methodenschulung!“


Gerade so wie bei Heiler entstehen bei mir nach wie vor viele Dinge, weil es einen Bedarf gibt. Deshalb entwickelten wir ein Schulungssetting, das ich Ihnen kurz vorstellen möchte. Es ist nämlich etwas anders, als üblich …


Betriebskatalyse dreigeteilt


Ich kenne Schulungen, bei denen bekommen Sie an zwei Tagen 35 Methoden um die Ohren geknallt. Und mir gefällt das. Viel Stoff in wenig Zeit. Lieber so, als einen Tag an ein simples Tool mit viel Werbung und Plattitüden verpackt vergeuden. Also überlegten wir, wie gehen möglichst viele Anwendungskonzepte in die geringste eingesetzte Zeit. Dabei stellten wir fest, unseren Kunden hilft die schiere Anzahl wenig weiter. Denn der praktische Umsetzungseffekt ist vermutlich gleich Null, weil beispielsweise völlig unklar bleibt, welche Methode jetzt zu einer wirklichen Situation in der Firma passt. Also weg mit der Methodenmasse. Doch was dann?


Schließlich entschieden wir uns zu einer Lernreise. Die Reise kennt verschiedene Startpunkte. Deshalb teilen wir die Teilnehmer in drei Gruppen auf.

Die erste Gruppe klärt für sich Grundlagen. Was macht zum Beispiel den Unterschied aus zwischen Change (= das bestehende System optimieren) und Transformation (= das bestehende System wechseln)? Oder wo und warum grenzen sich die Settings von Kleinstgruppen, Gruppen und Großgruppen ab?


Die zweite Gruppe widmet sich der Struktur von Methodensettings, also wie werden Methoden zusammengebaut? Welche didaktischen Grundmuster, Spannungsbögen gibt es, die sich in den konkreten Methoden dann wiederholen?


Die dritte Gruppe setzt sich schließlich mit der konkreten Methodensammlung auseinander: Hier finden sich zum Beispiel die Fish Bowl oder die Widerstandsrunde mit Einwandklärung aus der Soziokratie.


Die erste Besonderheit der Schulung ist: Die drei Blöcke finden parallel statt, so dass jeder Teilnehmer nur in einem Block dabei sein kann.


Aha!


Typischerweise beklagen sich die Teilnehmenden nach dieser ersten Etappe darüber, dass sie jetzt nur die „Grundlagen“ oder nur „Methodensettings“ oder nur „Methoden“ kennengelernt haben. Doch wozu das gut ist, erleben sie im nächsten Schritt.


Dann bilden wir neue Teams. Bei diesen sitzt dann in jedem Team mindestens ein „Experte“ zu jedem inhaltlichen Block aus der Startphase. Jede dieser Gruppen wählt unter den gesammelten Themen, die in der Firma aktuell anliegen, eines aus. Dafür entwirft sie dann in dieser crossfunktionalen Konstellation ein Katalysedesign. Immer wieder gibt es iterative Unterbrechungen, in denen jedes Team der Gesamtgruppe sein Design vorstellt – und die anderen Kollegen plus uns erfahrenen Katalysatoren spiegeln ihre Eindrücke.


Der Abschluss der Lernreise ist:

  • Die Reflexion über die getane Arbeit.

  • Wir stellen erkennbare Muster für die Firma heraus und unterteilen sie in hilfreiche und hemmende.

  • Eine Anzahl von konkret vorbereiteten Maßnahmen, die direkt in der Firma weiter wirken.


Der große Charme an diesem Vorgehen: Wir bringen viel mehr Stoff unter, als nur Methoden und die Teilnehmenden merken, dass sie wertvolle Ergebnisse erzeugen, sobald sie als crossfunktionales Team zusammenarbeiten. Jeder bringt sich mit seinen neu erworbenen Kompetenzen fruchtbar ein. Alle können sofort wirksam werden. Dieses Erlebnis beschreiben viele als magisch.


Eine Einschränkung gibt es jedoch.


Gewollt oder geschickt?


Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Vorgehen nur funktioniert, wenn die Menschen von sich aus teilnehmen wollen. Bei Mitarbeitenden, die von der Firma „geschickt“ werden, bleiben die Erfolge in aller Regel aus.


Das mag daran liegen, dass es beim Erlernen der Betriebskatalyse um mehr geht, als einfach theoretisches Wissen aufzunehmen und buchstabengetreu anzuwenden. Katalyse beruht auf zwischenmenschlicher Einflussnahme und darüber müssen die Teilnehmer etwas erfahren wollen. So verstanden heißt, sich in Betriebskatalyse auszubilden , mehr Lernen zu lernen, als spezifische Inhalte zu pauken.


Menschen die wollen, können alles lernen …


Gebhard Borck


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