Kompetenzteam vs. Konsensentscheide

Antworten auf Anwenderfragen ...


Heute hat Christian Zepke in Twitter direkt an mich eine Frage gestellt. Christian hat sich nach einer Perspektivreise im letzten Jahr mit seiner Firma auf den Weg hin zur Betriebskatalyse gemacht. Da die Antwort kaum in 140 Zeichen passt, schreib ich sie hier und verlinke dann den Blogbeitrag in Twitter.


Also jetzt zu zu Christians Frage:

Christian packt hier mehrere Dinge zusammen, die besser erst einmal auseinandergehalten werden.


Das kompetenzbasierte Team

Ich unterstelle hier handelt es sich um Menschen, die von irgendwas mehr Ahnung haben, als ein Normalo. Beispielsweise ein Kfz-Mechaniker ist hoffentlich kompetenter darin einen Motor auszubauen als ich. Sprich, in ihrem Fachgebiet kennen die Kompetenten Lösungswege mit passenden Konzepten, Methoden und Werkzeugen zu auftretenden Problemen, die ich mir als Normalo in einigen Try'n'Error-Schleifen erst einmal aufwändig erarbeiten müsste. Sie treffen Entscheidungen auf Grundlage ihrer Kompetenz.

Das Entscheidungsverfahren eines kompetenten Menschen ist, das Problem sauber zu diagnostizieren und dann die bestmögliche Therapie anzuwenden, um einen Erfolg zu verbuchen.

Wenn wir von wirklicher Kompetenz sprechen, braucht er dafür gar kein Team. Mehrere kompetente zusammen tun wohl eher fachsimpeln, als etwas gemeinsam zu entscheiden.


Konsensieren

Hierbei handelt es sich um ein Entscheidungsverfahren. Anders als bei einer Wahl drückt es aus, dass sich alle Beteiligten einig sein sollen. Diese Einigkeit verspricht ein hohes Maß an Loyalität zur getroffenen Entscheidung. Nach einem Konsensentscheid sollte man davon ausgehen dürfen, dass alle, die mitentschieden haben aktiv die Konsequenzen aus dem Beschluss angehen und umsetzten.


Konsent

In einem der Kommentare zum Tweet kommt dann noch der Begriff Konsent in die Thematik. Anders als im Konsens kann es hier Uneinigkeit in der Entscheidung geben. Stattdessen liegt das Augenmerk auf Widerständen gegen die Umsetzung der anstehenden Entscheidung. Sobald keine schwerwiegenden Einwände vorliegen, kann die Entscheidung umgesetzt werden, unabhängig von der Anzahl der Zustimmenden.


Aus der Sicht der Betriebskatalyse hat es sehr wenig Sinn, Kompetenzentscheidungen überhaupt im Team zu treffen. Wenn jemand kompetent in etwas ist, sollte er:sie einfach entscheiden, danach handeln und für die Konsequenzen gerade stehen.


Erst wenn jemand eben wenig bis keine Kompetenz in etwas hat, sollte sie:er sich überlegen, wie dennoch eine qualitativ gute Entscheidung möglich wird. Das betrifft in einer Firma regelmäßig die Themen Strategie oder Prozessentwicklungen. Dann lohnt es, ein Team für die Entscheidung zu bilden. Typischerweise setzt es sich zumindest aus den Menschen zusammen, die von den Konsequenzen der Beschlüsse betroffen sind.


Ich empfehle meinen Kunden üblicherweise, den Konsent einem Konsens vorzuziehen. Denn hier ist das Verhältnis Aufwand:Zeit ein häufig doch deutlich besseres. Außerdem bleibt die Handlungsfähigkeit auch dann erhalten, wenn es Widerstände in der Gruppe gibt.


Wer das Thema vertiefen will, kann sich meine Seite zum Entscheidungs-Design anschauen. Dort erkläre ich, warum Kompetenz gerade im Alltag gefragt ist und die Strategie bestenfalls mit der ganzen Firma entschieden wird.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …

Gebhard Borck


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