Hunger ist der beste Koch: Wann sich Ihre Unternehmenstransformation auszahlt

Eine Unternehmenstransformation braucht Zeit und Anstrengung – egal, ob Sie in Ihrem Unternehmen die antiken Hierarchiestrukturen überwinden müssen, Ihr Traditionsunternehmen ins 21. Jahrhundert überführen wollen oder aber bereits einen grundlegenden Wandel hinter sich haben. In welchem Stadium auch immer sich die Teilnehmer befinden, bei meinen Vorträgen taucht eine Frage so regelmäßig auf wie die heutigen Untergangsmeldungen von Chef-geführten Tankern: Wann zahlt sich die Unternehmenstransformation aus?



Der erste Biss

Die Antwort schmeckt selten auf den ersten Biss. Denn die Gewinne werden kaum von heute auf morgen auf Ihrem Konto sichtbar sein. Es dauert und ja, Sie brauchen Stehvermögen.


Es ist schwer verdaulich, weil die Antwort konträr zur amerikanisierten Management-Literatur steht, die im Mainstream zu allererst eines fordert: „Quick Wins“.

Als Unternehmer sollten Sie sich über Ihre „zeitliche Präferenz“ im Klaren sein: Ist sie hoch, dann bevorzugen Sie das Jetzt und streben nach schnellen Gewinnen. Mit einer Unternehmenstransformation entscheiden Sie sich für die Zukunft. Und das verstehen Menschen mit einer niedrigen Zeitpräferenz besser.


Dürreperiode in der Unternehmenstransformation

Stephan und ich durchlebten mit Heiler Dürreperioden und Engpässe. Eine ganze Zeit lang konnten wir in den Betriebsversammlungen wiederholt verkünden: „Es hat gereicht“.

Doch wir zeigten der Belegschaft unsere kleinen Schritte, die Samen für spätere Erfolge. So vermittelten wir unsere niedrige zeitliche Präferenz und bauten Vertrauen in die Zukunft auf.


Fischernetze knüpfen

Wenn Unternehmer in einer solchen Hungerstrecke stecken. Wenn Sie den Zusammenhang von strukturellen Veränderungen übersehen, erzähle ich ihnen gern eine Geschichte:


Stellen Sie sich Ihren Betrieb wie zwei Fischer vor, die nur mit den Händen Fische fangen. Beide müssen acht Stunden am Tag arbeiten, um genug zu essen zu haben. Währen der Fischer mit der hohen zeitlichen Präferenz jeden Tag genau sein Pensum erreicht, denkt der Fischer mit der niedrigen Zeitpräferenz um: Er fischt nur noch sechs Stunden. So hungert er abends ein wenig. Aber: In den freien zwei Stunden knüpft er ein Netz.

Bald darauf kann er mit dem Netz in vier Stunden die gleiche Zahl an Fischen fangen wie vorher in acht. Der Fischer gewinnt vier Stunden und nutzt die Zeit, um ein Fischerboot zu bauen …


Das ist das, was bei wir bei Heiler gemacht haben. Das, was die Transformation ausmacht. Wir hatten beide eine niedrige Zeitpräferenz: Mit uns hat die Firma eine zeitlang „gehungert“, um sich für die Zukunft besser aufzustellen.


Nach vier Jahren wissen wir, wir haben die Kosten gesenkt, wir haben es geschafft, selbstbewusster auf dem Markt aufzutreten, und die Preise erhöht. Das ist nicht durch „Quick Wins“ passiert, sondern durch eine niedrige zeitliche Präferenz.

Oder: Wir haben Fischernetze geknüpft – und der Ertrag schmeckt heute gut.


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …

Gebhard Borck

Das könnte  Sie auch interessieren:
Empfohlene Einträge
Aktuelle Einträge
Archiv
Schlagwörter
Folgen Sie uns!
  • Twitter
  • LinkedIn Social Icon
  • YouTube Social Icon
  • Pinterest Social Icon
  • Google+ Basic Square
  • Amazon Social Icon

gebhardborck

Betriebswirtschaft mit Menschen

© 2017 - 2019

GB KOMMUNIKATION GMBH

Impressum | Datenschutz

Bayernstr. 31

75177 Pforzheim

direkt@gebhardborck.de

  • Twitter Social Icon
  • LinkedIn Social Icon
  • xing-button
  • YouTube Social  Icon