Transformation ohne Vorinvest – oder auch: sofort gewinnen

Wie hoch sind die Vorabkosten, wenn Sie für eine Transformation neue Konzepte oder Methoden einführen?


Blicken wir mal auf einen typischen Weg bei der Implementierung neuer Tools, zum Beispiel bei Scrum. Wie gehen die Firmen vor? Sie schicken, sagen wir, drei Teamleiter auf zweiteilige, zusammenhängend sechstägige Schulungen, damit sie dort Scrum Master werden. Jeweils 5000 Euro. Anschließend erhält jeder aus den 15-köpfigen Teams noch eine zweitätige Scrum-Einführung. Jeweils 2000 Euro.


So landen Sie bereits bei einem netten Sümmchen. Scrum läuft bei Ihnen allerdings noch keineswegs.


Glückspiel Vorinvest


Kein Gewinn, keine Motivation

Aber Achtung, da fehlen die Kosten für den Verdienstausfall der Mitarbeiter – das sind 18 Tage bei den Führungskräften und 30 Tage bei den Mitarbeitern. Sie sehen, der Rechnungsbetrag steigt! Die Frage ist allerdings: Wissen Sie, was Sie nach dem Prozess gewinnen werden?


Genau das ist ein zentrales Problem beim schulischen Trainieren von Methoden in Change-Programmen: Sie als Unternehmer leisten einen Vorinvest, einen Wetteinsatz, doch ob Sie jemals davon profitieren werden, ob die Wette aufgeht, ist völlig ungewiss. Und mehr noch.

Denn auch die Mitarbeiter sehen die Erfolge erst nach den Schulungen, nach den Zertifizierungen, sollte ihnen der Transfer in den Alltag gelingen – sprich, wenn sie überhaupt eintreten. Das führt zu Zweifeln auf allen Seiten. Und Zweifel demotivieren. Ich begegne oft folgendem oder ähnlichen Sätzen: „Ja, jetzt kommt eben die nächste Methode. Dabei haben die letzten fünf, die ich lernen durfte, schon kein Bein auf den Boden gebracht."


Und das alles, obwohl es auch anders geht.


Just in time

Nach der Transformation der Alois Heiler GmbH zu einem Unternehmen ohne formale Hierarchien, wurden Stephan und ich vom Fraunhofer-IAO gefragt, wie sich eine kleine, mittelständische Firma überhaupt einen Strategie-Berater wie mich leisten konnte. Damals waren wir von der Frage überrascht. Heute wissen wir es und die Antwort ist ganz einfach: Weil die Firma von meiner Arbeit sofort profitiert. Finanziell und bei der Stimmung der Mitarbeiter. Wie das zusammenpasst?


In meiner Beratung geht es darum, sofort zu wirken. So hat die Firma zwar durch den Berater jeden Monat Kosten, aber sie erzielt zugleich Gewinne just in time. Das gelingt, indem ich direkt an den konkreten Problemen der Firma arbeite, so gibt es stets sofort wirksame Arbeitsergebnisse. Selbst in meinen Schulungsformaten entwickeln die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anhand von konkreten Situation aus der Firma ihre eigenen Theorie und Erkenntnisse, die dann ebenfalls direkt wirken. Dazu ein kleines Beispiel aus der Praxis.


Kurze Erfolge – langfristiger Gewinn

Nehmen wir das Mitarbeitergespräch. In klassischen Change-Programmen findet eine Schulung statt, wie ein Mitarbeitergespräch formal abzulaufen hat:

  • Wie bereitet sich der Mitarbeiter vor?

  • Wie bereiten Sie sich als Gesprächsführender vor?

  • Auf welche Punkte ist einzugehen?

  • Wie gehen Sie mit absehbaren/ überraschenden kritischen Situationen um?

  • Wie verkaufen Sie dem Mitarbeiter die Forderungen (Ziele), die das Unternehmen an ihn formuliert?

  • Wie wehren Sie die Forderungen seitens des Mitarbeiters ab?

  • Wie finden Sie Kompromisse?

In der Theorie klingt das dann toll und in den Rollenspielen geht auch alles auf. Doch wenn dann Wochen später der Lackmustest im Betrieb ansteht, geht er oft schief …

In meiner Beratung frage ich die Geschäftsführung gleich: Was ist der Anlass für das Gespräch. Gibt es keinen konkreten Anlass, braucht es auch kein Gespräch. Und soviel vorweg, ein Jahresziel ist für mich keineswegs ein Anlass für ein Mitarbeitergespräch. Anschließend gebe ich konkrete Hilfestellungen für die Gesprächsführung mit dem genannten Grund. Häufig gebe ich konkrete kleine Tools mit.


Beispielsweise das Problem aus der Sicht des Mitarbeiters, Ihrer Sicht und der der Firma zu formulieren und daran die Konfliktlinien herauszuarbeiten. Also anhand der Fragen: Wie geht es dir damit, wenn wir auf dein Anliegen in deinem Sinne eingehen? Wie geht es mir damit? Und, wie geht es der Firma damit? Dadurch wirkt die Beratung direkt.


Sie führt zu einer Veränderung. Danach reflektiere ich das Gespräch aus der Gesamtheit der Eindrücke. Gegebenenfalls mit allen Beteiligten. Daraus gewinnen wir zusammen Rückschlüsse auf größere Verhaltensmuster. Hierin liegt ein weiterer Vorteil der direkten Wirksamkeit.

Denn die Gewinne sind zwar bereits kurzfristig sichtbar, aber der Zins der Beratung, also der langfristige Gewinn, ist noch gar nicht eingepreist …


Es sich vorzustellen ist einfach, wenn man es nur versucht …


Gebhard Borck


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