Sinnkopplung

Grundlagen der Betriebswirtschaft mit Menschen.

 

"Sinnkopplung ist der Moment, in dem ein Mensch emotional, unbewusst und bewusst an jemanden bzw. etwas (einen anderen Menschen oder ein Unternehmen, eine Bewegung, Idee, Gemeinschaft, Marke, etc.) so anknüpft, dass sich von diesem Moment an sein Handeln und Denken ändert."

Gebhard Borck

Viktor Frankl (1905-1997)

Der Wille zum Sinn bestimmt unser Leben! Wer Menschen motivieren will und Leistung fordert, muss Sinnmöglichkeiten bieten.

Sinnkopplung

Allgemeiner Hintergrund


Sinnkopplung wurde als Terminus von mir entwickelt und 2003 zum ersten Mal verwendet. Der Ausdruck soll das Problem lösen, einen Bezugszustand zwischen einem einzelnen Menschen und seinem Unternehmen zu erkennen und zu beschreiben, der weder nur auf materiellen noch rein emotionalen oder sachlichen Grundlagen basiert. Ich bezwecke nicht, die vielschichtige und komplexe Thematik des individuellen Sinns / der individuellen Sinnerfüllung als Ganzes zu erfassen. Stattdessen richte ich meinen Fokus (im betriebswirtschaftlichen Umgang) auf den konkret erfassbaren Moment innerhalb der (beruflichen) Sinnerfüllung eines Menschen. Ziel dieser Reduktion und Erkennbarkeit ist die daraus ableitbare Beziehungs-Interaktion mit neuen Erkenntnissen für die Zusammenarbeit und Leistungserbringung in Unternehmen. Inzwischen hat sich der Begriff über die Grenzen der Betriebswirtschaft hinaus entwickelt. Es zeigt sich, dass er für jedwede Gruppe hilfreich ist, die sich mit der Bindungsmechanik ihrer Mitglieder auseinandersetzt.




Abgrenzung: Sinn / Sinnerfüllung


Sinn und Sinnerfüllung sind individuell. Sie sind im einzelnen Menschen komplex vernetzt zwischen Unterbewusstem und Bewusstem, Emotionalität und Sachlichkeit, Naturgegebenem und Anerzogenem, Innerem und Äußerem etc. In dieser Vielschichtigkeit sind weder Sinn noch Sinnerfüllung für einen selbst oder gar für andere (ganzheitlich) erfassbar. Der Umgang mit Sinn ist deshalb ebenso unvorhersehbar wie unübersichtlich und überraschend. Sinnkopplung verzichtet darauf diese Beweggründe, sprich die individuelle Sinnhaftigkeit, zu verstehen. Man belässt sie beim Individuum und in dessen Verantwortung. Sinnkopplung bewertet nur den Zustand (Kopplung, Aus-Kopplung, Entkopplung). Sie drückt unsere Wahrnehmung des Energieschlusses von uns selbst und anderen Menschen aus. Sich diesen Moment bewusst zu machen fordert uns auf, damit umzugehen. Anstatt der Beweggründe werden die Konsequenzen der Sinnkopplung zum Mittelpunkt der Betrachtung. Aus ihrem Zustandekommen / Nicht-Zustandekommen können vernünftige und wertvolle Schlüsse sowohl für die Gruppe als auch den Einzelnen abgeleitet werden. Der Sinn bleibt beim Individuum. Der Moment und die Art der Kopplung wird in den Mittelpunkt der Wahrnehmung und der Handlungskonsequenz gestellt.




Abgrenzung: Identifikation


In der Sinnkopplung werden Menschen gewissermaßen zum Extremisten. Es ist die Frage: "Wer sind Sie?", die wir oft in Abgrenzungen beantworten: "Wenn Sie es genau wissen wollen, bin ich weder Deutscher noch Europäer, dann bin ich ein Schwabe." Die Identität kennt kein Sowohl-Als-Auch. In ihr – anders als die Identifikation mit etwas – richte ich die meisten Belange meines Lebens (Konsumverhalten, Beziehungen etc.) nach den Werten und der Haltung der Gruppe / Philosophie aus, an die ich angekoppelt habe.




Abgrenzung: Affekt-motivationale Zustände


Ein gesteigertes (Arbeits)Engagement von Menschen im Zusammenhang mit aufgabenbezogenen Ressourcen ist aktuell gut belegt. So gilt als sicher, dass beispielsweise folgende Ressourcen affektiv-motivierend auf das Arbeitsengagement wirken: Handlungsspielräume in der Arbeitstätigkeit (job control), Aufgabenvielfalt, soziale Unterstützung am Arbeitsplatz, Feedback und ein allgemein optimistisch positives Organisationsklima. Affektiv motivierend heißt dabei, dass Menschen das Vorhandensein / die Bereitstellung dieser Ressourcen in einen motivierten Zustand versetzt. Dieser Zustand ist zeitlich begrenzt und labil. Im Unterschied dazu ist Sinnkopplung eine kognitiv basierte Reaktion. In ihr bewertet ein Mensch die gesamte (Arbeits-)Situation (Anforderungen, Belastungen, Ressourcen, Handlungen und Handlungsergebnisse, Erfahrungen, sozialer Kontext usw.) hinsichtlich ihrer Überdeckung mit der eigenen Persönlichkeit, eigenen Lebensbedeutungen, Werten und Zielen. So verstanden sind affektiv-motivierende Ressourcen Bestandteil dieser Bewertung, jedoch nicht alleinig und auch nicht maßgebend. Sprich: Wenn jemand sinnkoppelt, können Ressourcen wie Handlungsspielräume und Feedback das Wohlbefinden mit der Arbeit positiv beeinflussen. Sie sind jedoch keine Voraussetzung für eine motivierte Beteiligung an der Arbeit. Die Grundmotivation kommt von der Sinnkopplung – einer kognitiven Bewertung und Entscheidung.
Sinnkopplung kann zwar auch zeitlich begrenzt sein, sie ist in ihrer Natur allerdings stabiler, belastbarer und verlässlicher, als affekt-motivierte Zustände.





Kopplungszustände

Allgemeiner Hintergrund


Sinnkopplung wurde als Terminus von mir entwickelt und 2003 zum ersten Mal verwendet. Der Ausdruck soll das Problem lösen, einen Bezugszustand zwischen einem einzelnen Menschen und seinem Unternehmen zu erkennen und zu beschreiben, der weder nur auf materiellen noch rein emotionalen oder sachlichen Grundlagen basiert. Ich bezwecke nicht, die vielschichtige und komplexe Thematik des individuellen Sinns / der individuellen Sinnerfüllung als Ganzes zu erfassen. Stattdessen richte ich meinen Fokus (im betriebswirtschaftlichen Umgang) auf den konkret erfassbaren Moment innerhalb der (beruflichen) Sinnerfüllung eines Menschen. Ziel dieser Reduktion und Erkennbarkeit ist die daraus ableitbare Beziehungs-Interaktion mit neuen Erkenntnissen für die Zusammenarbeit und Leistungserbringung in Unternehmen. Inzwischen hat sich der Begriff über die Grenzen der Betriebswirtschaft hinaus entwickelt. Es zeigt sich, dass er für jedwede Gruppe hilfreich ist, die sich mit der Bindungsmechanik ihrer Mitglieder auseinandersetzt.




Abgrenzung: Sinn / Sinnerfüllung


Sinn und Sinnerfüllung sind individuell. Sie sind im einzelnen Menschen komplex vernetzt zwischen Unterbewusstem und Bewusstem, Emotionalität und Sachlichkeit, Naturgegebenem und Anerzogenem, Innerem und Äußerem etc. In dieser Vielschichtigkeit sind weder Sinn noch Sinnerfüllung für einen selbst oder gar für andere (ganzheitlich) erfassbar. Der Umgang mit Sinn ist deshalb ebenso unvorhersehbar wie unübersichtlich und überraschend. Sinnkopplung verzichtet darauf diese Beweggründe, sprich die individuelle Sinnhaftigkeit, zu verstehen. Man belässt sie beim Individuum und in dessen Verantwortung. Sinnkopplung bewertet nur den Zustand (Kopplung, Aus-Kopplung, Entkopplung). Sie drückt unsere Wahrnehmung des Energieschlusses von uns selbst und anderen Menschen aus. Sich diesen Moment bewusst zu machen fordert uns auf, damit umzugehen. Anstatt der Beweggründe werden die Konsequenzen der Sinnkopplung zum Mittelpunkt der Betrachtung. Aus ihrem Zustandekommen / Nicht-Zustandekommen können vernünftige und wertvolle Schlüsse sowohl für die Gruppe als auch den Einzelnen abgeleitet werden. Der Sinn bleibt beim Individuum. Der Moment und die Art der Kopplung wird in den Mittelpunkt der Wahrnehmung und der Handlungskonsequenz gestellt.




Abgrenzung: Identifikation


In der Sinnkopplung werden Menschen gewissermaßen zum Extremisten. Es ist die Frage: "Wer sind Sie?", die wir oft in Abgrenzungen beantworten: "Wenn Sie es genau wissen wollen, bin ich weder Deutscher noch Europäer, dann bin ich ein Schwabe." Die Identität kennt kein Sowohl-Als-Auch. In ihr – anders als die Identifikation mit etwas – richte ich die meisten Belange meines Lebens (Konsumverhalten, Beziehungen etc.) nach den Werten und der Haltung der Gruppe / Philosophie aus, an die ich angekoppelt habe.




Abgrenzung: Affekt-motivationale Zustände


Ein gesteigertes (Arbeits)Engagement von Menschen im Zusammenhang mit aufgabenbezogenen Ressourcen ist aktuell gut belegt. So gilt als sicher, dass beispielsweise folgende Ressourcen affektiv-motivierend auf das Arbeitsengagement wirken: Handlungsspielräume in der Arbeitstätigkeit (job control), Aufgabenvielfalt, soziale Unterstützung am Arbeitsplatz, Feedback und ein allgemein optimistisch positives Organisationsklima. Affektiv motivierend heißt dabei, dass Menschen das Vorhandensein / die Bereitstellung dieser Ressourcen in einen motivierten Zustand versetzt. Dieser Zustand ist zeitlich begrenzt und labil. Im Unterschied dazu ist Sinnkopplung eine kognitiv basierte Reaktion. In ihr bewertet ein Mensch die gesamte (Arbeits-)Situation (Anforderungen, Belastungen, Ressourcen, Handlungen und Handlungsergebnisse, Erfahrungen, sozialer Kontext usw.) hinsichtlich ihrer Überdeckung mit der eigenen Persönlichkeit, eigenen Lebensbedeutungen, Werten und Zielen. So verstanden sind affektiv-motivierende Ressourcen Bestandteil dieser Bewertung, jedoch nicht alleinig und auch nicht maßgebend. Sprich: Wenn jemand sinnkoppelt, können Ressourcen wie Handlungsspielräume und Feedback das Wohlbefinden mit der Arbeit positiv beeinflussen. Sie sind jedoch keine Voraussetzung für eine motivierte Beteiligung an der Arbeit. Die Grundmotivation kommt von der Sinnkopplung – einer kognitiven Bewertung und Entscheidung.
Sinnkopplung kann zwar auch zeitlich begrenzt sein, sie ist in ihrer Natur allerdings stabiler, belastbarer und verlässlicher, als affekt-motivierte Zustände.





Sinnkopplung

Bedeutung in der Wirtschaft


Der GALLUP Engagement Index 2012 für Deutschland des Marktforschungsinstituts Gallup ergab, dass 61 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland lediglich “Dienst nach Vorschrift” schieben (sie sind größtenteils nicht sinngekoppelt). Gerade einmal 15 Prozent arbeiten mit Freude in ihrem Beruf (sie sind sinngekoppelt). 24 Prozent sind sogar so unzufrieden am Arbeitsplatz, dass sie gegen ihren Arbeitgeber tätig werden (sie sind sinn-entkoppelt). Der deutschen Wirtschaft entsteht dadurch ein Schaden in Höhe von 112 bis 138 Milliarden Euro jährlich. Quelle: Engagement Gallup External Link, Stand 06.03.2013 Gallup konnte in seiner Studie zeigen, dass sich die Produktivität von Unternehmen durch entsprechende Maßnahmen zur Steigerung der (emotionalen) Mitarbeiterbindung nachweisbar und erheblich verbessern lässt. Mit Sinn zu arbeiten ist in den Lebens- und Arbeitswelten also mit hoher Wahrscheinlichkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Führungsmodelle, die dem Rechnung tragen, setzen verstärkt auf Mitbestimmung, auf Selbstbestimmtheit und Zusammenarbeit. Das steht häufig in direktem Widerspruch dazu, wie sie Arbeit grundsätzlich über formal hierarchische Anweissysteme organisieren. In einer veränderten Wirtschaftswelt, die auf Kooperation basiert und mit zugewandter Empathie gelingen will, braucht es die Auseinandersetzung über die Bindungsgründe von Mitarbeitern in Unternehmen – die Auseinandersetzung mit Sinnkopplung. Wenn das Einkommen nicht mehr der zentrale Bindungsmechanismus sein soll, gilt es zu verstehen, welche Formen der Bindung für Wirtschaftsunternehmen (sei es in Projekten innerhalb eines Unternehmens oder auch unternehmensübergreifenden Projekten) funktionieren – und wie. Affekt-basierte Motivatoren (Gehaltserhöhungen, mehr Entscheidungsfreiräume, Bonusse etc.) sind unzuverlässig und kaum als krisenrobust zu bezeichnen. Zum einen, weil es in einer Krise notwendig sein kann, eben diese affekt-motivierenden Ressourcen einzuschränken. Zum anderen, weil affekt-motivierende Ressourcen einer Gewöhnung unterworfen sind und nach einer gewissen Zeit nicht mehr als Privileg sondern als gegeben angenommen werden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre motivierenden Eigenschaften verlieren. Anders bei der Sinnkopplung, ihr liegt eine kognitive Bewertung zugrunde, die im Abgleich mit der eigenen Persönlichkeit, den individuellen Motiven und Werten stattfindet. Fällt diese Bewertung positiv aus, kommt es zur Sinnkopplung. Aufgrund seines Charakters als Bewertung steigt bei einer Sinnkopplung – im Gegensatz zu einer Affektreaktion – die Wahrscheinlichkeit, auch in Krisen motiviert zu bleiben. Im Zuge der demografischen Entwicklung werden (gute) Mitarbeiter knapp. Unter zunehmend volatilen Marktbedingungen ist es im Wettbewerb um Mitarbeiter deshalb wirtschaftlich sinnvoll, den Mechanismus der Sinnkopplung zu beobachten und für das Unternehmen mit Bezug auf das Arbeitsengagement nutzbar zu machen.




Literatur


  • Heiler&Borck – Chef sein? Lieber was bewegen! – Eigenverlag (2018)
  • Sylvia Jumpertz – Management by Meaning – Wo ist das Wozu? (2015) – managerSeminare, Heft 208, Juli 2015, S. 72 – 78; hier geht’s zum Artikel-Podcast
  • Gebhard Borck – Affenmärchen – Arbeit frei von Lack und Leder (2011) – edition sinnvoll wirtschaften
  • Bernd Geropp – Ist die Katze aus dem Haus … so arbeiten Ihre Mitarbeiter eigenverantwortlich und selbständig (2013) – redline Verlag
  • Thomas Höge, Tatjana Schnell – Wirtschaftspsychologie 14. Jahrgang 2012 Heft 1 91 – 99 – Kein Arbeitsengagement ohne Sinnerfüllung
  • Niels Pfläging – Die 12 neuen Gesetze der Führung: Der Kodex: Warum Management verzichtbar ist – Campus
  • Schaufeil, W. B. Saalnova, M., González-Romá V. & Bakker, A. B. (2002). – The measurment of engagement and burnout: a two sample confirmatory factor Analytik apporach. Journal of Happiges Studies, 3, 71-92
  • Dr. Andreas Zeuch – Feel it! So viel Intuition verträgt ihr Unternehmen (2011) – Wiley




Weblinks Sinnkopplung in der Praxis






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